Wilson
Samstag, 15. Juni 2013
Wochenend und Sonnenschein . . .
wilson.3d, Samstag, 15. Juni 2013, 15:20
. . . Wilson war heut´ ganz allein.

Frau Wilson war ausgeflogen und so fragte ich mich, was mit dem Tag anzufangen sei.
Nicht dass es nicht immer irgendwo irgendwas zu tun gebe, aber ich fröne nur allzu gern dem Müßiggang.

Also setze ich mich auf mein Fahrrad und radelte drauf los.
Vorbei an Flughäfen, auf denen tatsächlich geflogen wird, zu dem Ort, wo das beste Speiseeis in Berlin hergestellt wird, erfreute mich an jungen Menschen, die Sport trieben, ließ Ruinen links liegen und fuhr runter zur Havel.






Und dann fragte ich mich, warum mir dieses Lied erst ein Jahr nach seinem Erscheinen in die Ohren gekrochen ist und da nicht mehr raus will.
Da hätte ja auch mal einer was sagen können.

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Dienstag, 4. Juni 2013
Die 10 übelsten Hits der 80er Jahre, IV
wilson.3d, Dienstag, 4. Juni 2013, 08:17
Lassen Sie uns dem Spuk ein Ende bereiten!
Hier sind die Plätze 1 bis 3.



Platz 3
Olivia Newton-John & Electric Light Orchestra: "Xanadu"


Harry Valérien, ehemaliger Moderator des „Aktuellen Sportstudios”, pflegte, wann immer er den Überblick verloren zu haben schien, von Kamera zu Kamera zu schauen und sich mit den magischen Worten „Wo samma? Da samma!“ wieder zu orientieren.

Von Olivia Newton-John ist überliefert, dass sie von Zeit zu Zeit orientierungslose Männer an ihr Händchen nahm und ihnen “And now, open your eyes and see, we are in Xanadu – it takes your breath and it'll leave you blind” ins Ohr trällerte.

Mir bleibt, Ihnen angesichts dieses scheußlichen Titels zu raten:

Öffnen Sie ruhig die Augen, aber halten Sie die Ohren geschlossen!
Gehen Sie nicht über LOS, gehen Sie lieber ins Gefängnis als nach Xanadu, denn in Xanadu – „A place where nobody dared to go“ – hat die schlechte Musik eine Heimat gefunden.


Platz 2
Europe: "The Final Countdown”


Es gibt gute Jahre und es gibt weniger gute Jahre.
Eines haben sie gemeinsam: sie enden einer gewissen Ordnung folgend stets am 31. Dezember. Menschen sitzen oder stehen daheim, in Lokalen, am Brandenburger Tor oder wo auch immer zusammen, tanzen, singen, lachen, fassen Vorsätze oder auch nicht, lassen das alte Jahr gemeinsam ausklingen und wenn die Zeiger der Uhr ihren Weg gen Mitternacht aufnehmen, legen elf von zehn Diskjockeys eine Platte auf, die als vorgezogener Silvesterkater unheilvoll das neue Jahr ankündigt.

“We're leaving together, but still it's farewell”, singen die musikalischen Holzfäller aus Schweden und wir wünschen uns, dass es der Abschied von Europe für immer wäre, werden aber spätestens 365 Tage später eines Besseren belehrt.

Was „Last Christmas“ für Weihnachten, ist „The Final Countdown“ für den Jahreswechsel:
die Rückkehr eines Zombies.


Platz 1
Opus: "Live Is Life”


“Oal-tugesa-nau”, ruft der Schnackselhuber Sepp und das Unheil nimmt seinen Lauf.

Seine Kumpane, inzwischen bekannt als die Musik-Hooligans von Opus aus Österreich, schrammeln sich im Umbaa umbbaa-Takt, und von der aus den Besserungsanstalten der näheren Umgebung zwangsrekrutierten leidenschaftlich “Nana-nananaaa” grölenden Menge unterstützt, durch ein Lied, welches Jahre später unangefochten Platz 1 der übelsten Hits der 80er Jahre wird.

Der Sänger der Band schreit wie ein Dreijähriger, dem man im Sandkasten seine Schippe weggenommen hat “Live” – und die mit Glykol-Fusel und dem Medikament eines pharmazeutischen Unternehmens, welches die Testreihe wegen permanent auftretender geistiger Umnachtung bei den Versuchspersonen nicht erfolgreich passiert hat, abgefüllte
Menge antwortet mit dem immer gleichen Schlachtruf, der diese bis heute im Schlaf verfolgt, “Nana-nananaaa”.
Und weiter, immer weiter geht es auf der k & k-Galeere:
“Live is Life” – “Nana-nananaaa” bis es sich nach fast viereinhalb Minuten ausgegrölt hat und der Spuk endlich vorbei ist.

*

“I had a dream!”
Ja, geneigter Leser – den hatte ich. Es war ein schöner Traum. Ich träumte, dass alle schlechten Lieder verschwanden. Einfach so. Für immer. Sie würden nie mehr zu hören sein.

Als ich einen Link zu dem Video zu Platz 1 setzen wollte, schien sich mein Traum zu erfüllen.
Ich besuchte die Website der Band Opus und wollte mir das Grauen ein allerletztes Mal und auch nur zu Dokumentations- und Recherchezwecken anhören – und da stand es weiß auf schwarz. Nicht etwa das übliche GEMA-Gesülze, sondern klar und unmissverständlich:
Dieses Video existiert nicht. Und ich weinte. Ich weinte vor Glück und Dankbarkeit.



Die Freude währte nicht lange, denn all die schlechten Lieder bleiben. Für immer. Irgendwo. Und schlimmstenfalls graben sie sich durch unsere Gehirnwindungen und setzen sich dort fest.

Oder irgendein Dödel veröffentlicht eine Top 10-Liste.
Nana-nananaaa.

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